Wie kommt man als Designer zu Ideen? Wie läuft der Designprozess ab? Im folgenden sollen nun ein paar wesentliche Design Instruments vorgestellt werden.
Skizzen vs. Prototypen
Schnelle Skizzen einer Idee können selbst zur Erkenntnis führen, was funktionieren könnte und was nicht. Was Designer von Leuten unterscheidet, die mit Design nichts verbindet, ist die Fähigkeit, Skizzen sowohl anfertigen, als auch lesen zu können. Der Mut zum Verwerfen seiner Ideen gehört ebenso dazu. Gerade Architekten greifen gerne zu Beginn des Entwurfsprozesses zum Zeichenstift – auch wenn das endgültige Modell nur vage an die Skizze anfangs erinnert. Der Nachteil von Skizzen ist, dass bei entsprechender Begabung des Zeichners ein schlechtes Produkt trotzdem gut aussehen kann.
Skizzen dienen eher dazu, Möglichkeiten aufzuzeigen. Prototypen kommen der „realen Lösung“ näher, hier wird bereits versucht, Entscheidungen über wesentliche Designfragen zu treffen.
Wizard of Oz-Ing
Ein gutes Mittel, Ideen anschaulicher zu machen, ist das Prinzip des Wizard-Of-Oz-Ing, wo man Anwendungssituation fälscht – z.B. Ein Spielzeugauto, das wenn es fertig gebaut ist, selbst vorgegebenen Bewegungen folgen soll: Das könnte mit einem simplen Magnet unter der Tischplatte recht gut visualisiert werden.
User Testing
User Testing kann Mängel im User-Interface Design auf direkte und ungefilterte Art und Weise offenlegen und ist ein nicht zu ersetzendes Feedback-Instrument. Aufgezeichnet auf einem Video-Tape ist es nachher für Designer und Entwickler möglich, für User unlogische Funktionen im Programm zu entschärfen oder verbessern.
Personas und Szenarien
Fiktive Personen mit ihren Charakterzügen, Gewohnheiten, Bedürfnissen und Wünschen nehmen in der SWE als stellvertrende spätere User eine wichtige Rolle ein. So können konkrete Anwendungssituationen von den Entwicklern leicht durchgespielt werden, das „sich in der User hineinversetzen“ fällt wesentlich leichter.
Mood Board
Mood Boards sind im Allgemeinen Kreativitätsquellen für Designer – Dinge die einem ins Auge gestochen haben, werden auf eine Wand gepinnt und je nach Belieben mit anderen Items in Bezug gestellt.
Probes
Cultural Probes sind ein von Künstlern auf dem Royal College of Art in London gestarteter Versuch, alltägliche Gewohnheiten von Menschen ohne persönliches Beisein dokumentieren zu können. Dazu wird der „Testperson“ ein Päckchen mit Plänen, Stiften, Digicam, Post-its und anderen Dokumentationshilfen ausgehändigt, diese gibt es dann nach mehreren Wochen wieder zurück. Anhand dieses ausgefüllten Plans ist es nun möglich, die natürliche Verhaltensweise bzw. Vorlieben unverfäscht nachvollziehen zu können.
Design Instruments sind also wesentliche Tools, die die Gefahr eindämmen, dass Designen weit weg von der „Wirklichkeit“ passiert.